Beate Sampson

Rosebud plays the music of Newport

Eine musikalische Reminszenz an eine Ära des Aufbruchs und ein gelungener Tribut an die frühe, amerikanische Folkmusik 

Rosebud

Nachdem sich das Rosebud in den fünf Jahren seines Bestehens mit "Jazz, Filmmusik und Cowboy Songs" profiliert hat, widmen sich Geoff Goodman, Johannes Herrlich und Till Martin in ihrem neuen Programm und in erweiterter Besetzung dem Sound und den Melodien aus den frühen Jahren des Newport Folk Festivals. 

 

Auf diesem von Pete Seeger initiierten Festival stellte sich ab 1959 die amerikanische Folkszene in ihrer großen Stilvielfalt dar: von der "traditional Appalachian mountain music", über Bluegrass, Blues und Gospel bis hin zu den Protestsongs von Bob Dylan. Neben jungen Stars der Szene wie Peter, Paul & Mary, Buffy Saint Marie, Joan Baez und Donovan traten auch legendäre, alte Bluesmusiker auf: Mississippi John Hurt, Skip James, Son House und Elisabeth Cotten zum Beispiel. 

In eigenen und überlieferten Liedern erzählten sie von Liebe und Tod, Mord und Geistern, von der Bewältigung des Alltäglichen und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten, vom herbeigewünschten "social change" und vom Glauben an Gott. 

 

Die archaische Poesie und naive Kraft dieser Songs erschließt uns das Rosebud in eigenständigen Interpretationen. Durch Re-Harmonisierungen, rhythmische Finessen und Improvisationen entwickelt das ungewöhnlich besetzte Ensemble dabei eine neue, den Jazz induzierende Klangebene für die Originale. Die Essenz der Songs bleibt dabei erhalten, und ihre Wurzeln werden nicht gekappt. Das liegt an der ebenso sensiblen wie zupackenden Musikalität des Trios und am Gesang von Beate Sampson, die als erfahrene Jazzinterpretin mit der Seele einer Folksängerin den leidenschaftlichen, aber auch oft lakonischen Tonfall der musikalischen Gleichnisse, Moritaten und Erzählungen bis in die feinsten Nuancen trifft.