Riccardo Del Fra - Open Book

Souveränität und Leichtigkeit im Spiel verbindet die Generationen und Nationalitäten seiner Musiker 

 

 

Das neue Projekt von Riccardo Del Fra

Riccardo Del Fra schreibt mit "Open Book" ein neues Kapitel in seinem eigenen (Lebens-) Buch und nimmt den Zuhörer mit auf eine faszinierende und berückende Reise, bei der anscheinend einfache Melodien und chromatisch vielfältige Kompositionen sich mit Eleganz und Feingefühl miteinander verweben. 

 

Der Kontrabassist, Komponist und Arrangeur war langjähriger Sideman von Chet Baker und leitet seit nunmehr 11 Jahren die Jazzabteilung des Pariser Konservatoriums (CNSMDP). In 2014 veröffentlichte er die vielfach von der Presse ausgezeichnete, sehr persönliche Hommage an Chet Baker "My Chet My Song", die er mit dem Filmorchester Babelsberg und Jazz Quintett einspielte.  

 

Zu seinem neuen Projekt "Open Book" schreibt er: 

 

In der Sonne liegt ein Buch auf einem Tisch. Ein sanfter, aber beständiger Wind blättert in den Seiten. Einige verharren für wenige Sekunden senkrecht, andere, bereits gelesene Seiten tauchen genau wie die noch nicht gelesenen wieder vor unseren Augen auf. Ein flüchtiger Blick fällt auf eine vor wenigen Tagen gelesene Stelle - und in diesem Moment wirkt sie wie eine ganz neue Seite. Ein Buch, das man mit 15 Jahren und dann später wieder mit 30 Jahren gelesen hat, biete sich uns als ein neues dar und bleibt doch das selbe Buch. Das Projekt My Chet My Song war die musikalische Übersetzung dieser gedanklichen Entwicklung. 

 

Im "Sandbuch" von Jorge Luis Borges keimen immer neue Seiten hervor, wann immer man es öffnet oder darin blättert. Das möchte ich mit dem neuen Projekt "Open Book" erreichen: Die Kompositionen sollen dem Interpreten vertrauen, denn sie geben ihm die Möglichkeit, unerwartete Räume zu eröffnen, erlauben ihm, auf die Form Einfluss zu nehmen. Die Kompositionen wollen aber auch den Interpreten anregen, die Initiative bei den Improvisationen zu ergreifen und seine Kreativität einzusetzen, seine Virtuosität wenn nötig zu vergessen (im Sinne von "nicht benutzen"), um in gewisser Weise die Arbeit des Komponisten fortzuführen. 

 

Die bisherige Zusammenarbeit von deutschen und französischen Musikern brachten mir als Bandleader sehr fruchtbare Erfahrungen. Deshalb möchte ich die Idee der Partnerschaft ausweiten, indem ich unterschiedliche Generationen und Musiker vereine, die Offenheit für unterschiedliche Herangehensweisen sowie Tradition und zeitgenössische musikalische Ausdrucksweisen mitbringen. 

 

 

 

 

Presse

Einfach ein Genuß. Begeisternde Hommage an Chet Baker. (...) "und er setzte ihm [Chet Baker] ein würdiges Denkmal. Rémi Fox ließ sanfte Saxofonlinien einschweben und Riccardo seinen Bass auf allen Lagen erzählen und singen. Er konnte Spannung aufbauen und gleich darauf Entspannung wirksam werden lassen - alles mit einer Nonchalance, wie sie nur Könner bieten. Einfach ein Genuß war es zu erleben, wie er ein Solo hinlegte, das nach Gitarre klang und dann wieder duftige Linien mit kernigen Poppings verband. (...) Man wollte das inspiriert arbeitende Quintett nach der Zugabe mit 'Funk in a deep freeze' von Hank Mobley fast nicht ziehen lassen, so begeistert war man von dem spielerischen Temperament, der lebendigen Muskalität und dem technischen Können dieser Truppe, die sich als eine Klasse für sich zeigte (Hans-Peter Leitenberger, 2014) 

 

Große Musik zum Genießen (...) Im Übrigen setzt das Quintett auf wohlklingende und stilvolle Atmosphäre, auf ausgefeilte Farben: ein Jazz vom Feinsten.“(Rhein-Neckar Zeitung, 2013) 

 

Klänge für Gourmets. (...) Sehr gut besucht, wenn auch nicht ausverkauft, bot diese Spielstätte [Schauspielhaus des Staatstheaters] am Donnerstag den adäquaten Rahmen für eine ‚Double Jazz Night, wie man sie auf diesem hohem internationalen Niveau hier nicht allzu häufig geboten bekommt. (...) Mit eindringlichen, fast schon poetischen Interpretationen von Bakers Musik zogen Del Fra, Airelle Besson, (Trompete, Flügelhorn), Pierrick Pedron (Saxofon), Sebastian Sternal (Piano) und Ausnahmetrommler Jonas Burgwinkel das atemlos lauschende Publikum in ihren Bann. (Hessisch/Niedersächsische Allgemeine, 2013) 

 

Die Lyrik eines Melancholikers (...)Chet Bakers Musik allein ist Ausdruck genug, ist lyrisch, auch ohne Text. Sie ist sensibel, fragil zuweilen – den Ruf des Melancholikers hat Baker bis heute. Doch nicht nur diese Seite des Musikers ist bei My Chet, My Song zu hören. Auch der Chet Baker, der dem Cool Jazz und dem Bebop nahestand, kommt nicht zu kurz. (...) Und dann ist da natürlich Riccardo del Fra, dessen virtuoses Kontrabassspiel dem Ganzen eine Souveränität und Leichtigkeit zugleich verleiht. Es komplettiert den Klang, perfektioniert ihn. My Chet, My Song ist mehr als eine Hommage an Chet Baker. Es ist ein Projekt fünf großer Musiker, die auf hohem Niveau musizieren, deren Zusammenspiel ein Erlebnis.“ (Nordbayerischer Kurier, 2013)